Monte Iato (IT)

Seit dem Jahr 1971 führt der Fachbereich Klassische Archäologie des Instituts für Archäologie der Universität Zürich auf dem Monte Iato (Provinz Palermo) in Sizilien Ausgrabungen durch. Das Ausgrabungsgelände befindet sich etwa dreissig Autokilometer südwestlich von Palermo, oberhalb der Ortschaften San Cipirello und San Giuseppe Iato. Wegen der langen Dauer der Besiedlung gehört der Monte Iato zu den interessantesten westsizilischen Fundplätzen. Die untersuchte Stadt hiess IAITAS in der griechischen und IETAS in der lateinischen Form. Im Mittelalter war die Namensform GIATO.

Am Anfang stand eine frühgeschichtliche Siedlung. Allmählich wurde in diesem einheimischen Kontext griechischer Einfluss wirksam. Erste griechische Importgegenstände erreichten den Monte Iato gegen Ende des 7. Jhs. v. Chr. In der zweiten Hälfte des 3. Jhs. v. Chr. wurde die Siedlung nach dem Muster einer griechischen Stadt neu errichtet, mit einer Stadtbefestigung, einem Strassensystem, öffentlichen Bauten wie einem Theater und einer Agora sowie prachtvollen Wohnhäusern. In der römischen Kaiserzeit lebte die Stadt auf bescheidenerem Niveau weiter.
Einen neuen Aufschwung nahm die Siedlung im späteren 10. Jh. n. Chr. nach der arabischen Invasion, welche nach und nach neue Bevölkerungselemente ins Land brachte. Die Bewohner von Giato waren in dieser Zeit grösstenteils Muslime und blieben dies auch unter der Herrschaft der christlichen Normannen und unter den Stauferkaisern Heinrich VI. und Friedrich II. Seit 1182 gehörte die Siedlung zusammen mit einem grossen umliegenden Territorium dem Kloster Santa Maria La Nuova in Monreale. Als letztes Zentrum des muslimischen Widerstandes in Sizilien gegen den christlichen Kaiser Friedrich II. wurde die Stadt 1246 nach längerer Belagerung endgültig zerstört und die Überlebenden nach Apulien deportiert.